Ziegeleierzeugnisse

 

 

Bei Ziegeleierzeugnissen handelt es sich um Produkte bzw. Baustoffe aus gebranntem Ton und Lehm, die in einem Ziegelwerk verschiedene Produktionsprozesse durchlaufen haben und durch den Brennvorgang ihre typischen Eigenschaften erhalten.

Zu den gebräuchlichen Ziegeleierzeugnissen gehören:

Weitere Produkte, die in Ziegeleien hergestellt sind Kanalklinker, Kaminklinker, Langlochziegel usw.

Ziegel werden innerhalb der keramischen Baustoffe zu den grobkeramischen Produkten gezählt. Zur Abgrenzung gegenüber anderen gebrannten Produkten werden folgende Begriffe in Abhängigkeit der Gefügesinterung verwendet.

 

Grobkeramische Produkte
Feinkeramische Produkte
Irdengut (poröser Scherben)
Mauerziegel
Deckenziegel Dachziegel
Fassadenplatten
Irdengutfliesen Steingutfliesen und -geschirr
Sinterzeug (dichter Scherben)
Klinker Riemchen Spaltplatten Steinzeug
Steinzeugfliesen Porzellan

Zu den herausragenden Eigenschaften der Ziegel gehört ihre sehr hohe Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen wie Witterung, saurem Regen,sonstigen Schadstoffe und UV-Licht. Sie besitzen sehr geringe, feuchte- und temperaturabhängige Verformungs-kennwerte.

 

Grobkeramische Produkte werden in Ziegeleien in vier Produktionsstufen hergestellt:

Zunächst werden in der Rohstoffaufbereitung geeignete Rohstoffe, wie Lehm, Ton und ggf. weitere Zusatzstoffe, gemischt, zerkleinert und durch Zusatz von Anmachwasser und ggf. Wasserdampf auf eine ausreichende Plastizität gebracht. Typische Aufbereitungs-maschinen sind Beschicker (zur Dosierung), Kollergang (zur Grobzerkleinerung) und Walzwerke (Feinzerkleinerung).

Die aufbereitete Masse wird häufig in Tonsilos, Mauktürmen oder Großraumbeschickern zwischengelagert.

Mit dem so aufbereiteten Rohstoffgemisch werden anschließend in Formgebungsaggrega-ten die Ziegelrohlinge hergestellt. So wird für die Produktion von Mauer- und Strangdach-ziegeln zunächst ein Endlos-Strang in Schneckenpressen über ein sog. Mundstück ausge-presst, der dann durch Drahtabschneider oder Stanzer zerteilt wird. Pressdachziegel werden normalerweise in sog. Revolverpressen mit Gipsformen gepresst. Für Mauerziegel mit Handschlagoptik wird der Rohstoff durch einen hohen Anmachwassergehalt in eine weiche, leicht verformbare Konsistenz übergeführt und als sog. Batzen in spezielle Formen gefüllt.

 

Den frisch gepressten Ziegelrohlingen wird in einem Trockner das Anmachwasser wieder entzogen. Dabei schwinden die Rohlinge um bis zu ca. 10 %, in Abhängigkeit des Anmachwassergehalts und der Rohstoffzusammensetzung. Es gibt zwei grundsätzliche Typen von Trocknern - Durchlauftrockner und Kammertrockner. Im ersten Fall werden die Ziegel durch die verschiedenen Zonen des Trockners aktiv transportiert, in einem Kammertrockner bleibt die Ware dagegen während des programmgesteuerten Trock-nungsvorgangs unbewegt.

 

Nach der Trocknung weisen die Ziegelrohlinge zwar schon eine rel. hohe Festigkeit auf, sie würden aber wieder zerfallen, wenn sie Feuchtigkeit ausgesetzt werden würden. Erst durch den vierten Schritt der Ziegelherstellung, dem Brennen oder Brand erhalten die Ziegel ihre einzigartigen Eigenschaften und ihre Dauerhaftigkeit. Meist werden die getrockneten Rohlinge auf feuerfeste Transportmittel gesetzt und anschließend in einem Tunnel- oder in einem Herdwagenofen bei ca. 900 oC bis ca. 1100 oC (grobkeramisches Irdengut) bzw. bei ca. 1100 oC bis ca. 1300 oC (grobkeramisches Sinterzeug) gebrannt. Durch Tunnelöfen wird die Ware entweder mittels Ofenwagen oder über Rollen („Rollen-öfen“) hindurch bewegt. Dabei werden verschiedene Zonen - Aufheiz-, Brenn- und Kühl-zone - durchlaufen.

 

Bestimmte Produkte, wie z.B. Planziegel oder mit Wärmedämmung gefüllte Ziegel, erfahren nach dem Ziegelbrand noch eine Nachbehandlung und werden abschließend auf Transportpaletten verpackt.

Mit Perlite gefüllter Außenwandziegel

Blick auf die Brennzone eines Tunnelofens

Feinwalzwerk als Bestandteil der Rohstoffaufbereitung