Beim Schutz des Holzes unterscheidet man zwischen

 

 

 

Baulich-konstruktive Maßnahmen

Konstruktiver Holzschutz hat grundsätzlich Vorrang vor dem Einsatz von Holzschutz-mitteln. Im Wesentlichen geht es dabei darum, durch geeignete bauliche und konstruk-tive Maßnahmen

 

Vorbeugender chemischer Holzschutz

Für ein gegebenes Bauteil ist die vorliegende Gefährdung durch holzzerstörende Organismen zu ermitteln. Für diese Gefährdungsklasse (nach alter DIN 68800-3) bzw. Gebrauchsklasse nach neuer DIN 68800-3 und DIN EN 335 ist ein Holz mit einem geeig-neten Schutzniveau auszuwählen. Ist die natürliche Eigenresistenz einer Holzart für das Bauteil und dessen Gefährdung nicht aureichend, kann durch die Imprägnierung mit einem geeigneten, vorbeugend wirkenden Holzschutzmittel ein, für den Einsatz aus-reichendes Schutzniveau erreicht werden.

 

 

Bekämpfender chemischer Holzschutz

Liegt ein Verdacht auf einen Befall durch holzzerstörende Organismen vor, sind vor der Durchführung einer bekämpfenden Holzschutzmaßnahme nach DIN 68800 Teil 4 verbind-lich bestimmte Vorarbeiten zu leisten. So sind der Befallsumfang und die Identität der Schadorgansimen eindeutig durch qualifizierte Fachleute bzw. Sachverständige zu be-stimmen.

 

Qualifizierte Fachleute und Sachverständige im Sinne der Norm sind:

 

Die Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen ist spezialisierten Fachfirmen und Fach-leuten vorbehalten.

 

Für den Einsatz von Holzschutzmitteln gilt das Minimierungsgebot:

„So wenig wie möglich und nur dort, wo unbedingt nötig!“

 

So ist bei einem Befall durch holzzerstörende Insekten eindeutig nachzuweisen, dass ein aktiver Befall vorliegt, erst dann ist eine bekämpfende Maßnahme gerechtfertigt.

 

 

Nach den einschlägigen Regelwerken stehen folgende bekämpfende Maßnahmen zur Verfügung:

 

Bei einem Befall durch holzzerstörende Insekten (Vor- und ergänzende Arbeiten nicht aufgeführt):

· Begasung mit einem toxischen oder inerten Gas

· Heißluftmethode

· Anwendung von bekämpfend wirkenden Holzschutzmitteln.

 

Holzzerstörende Pilze sind wie folgt zu bekämpfen (Aufzählung nicht vollständig, Vor- und ergänzende Arbeiten nicht aufgeführt):

o Entfernung aller befallener, nicht-tragender Hölzer

o ausreichender Gesundschnitt befallener tragender und aussteifender Hölzer

o Entfernung sonstiger, mit Pilzmyzel durchwachsener Bauteile, wie z.B. Schüttungen

o gegebenenfalls Anwendung von gegen Pilzbefall vorbeugend wirkenden Holzschutzmitteln

o bei einem Befall durch den Echten Hausschwamm ist zusätzlich durchwachsenes Mauerwerk ausreichend mit sog. Schwammsperrmitteln zu behandeln.

 

Für tragende und aussteifende Hölzer sowie bei der Verwendung von Schwammsperrmitteln sind ausschließlich bauaufsichtlich zugelassene und im aktuellen Holzschutzmittelverzeichnis des Deutschen Instituts für Bautechnik gelistete Präparate einzusetzen.

 

Daneben gibt es weitere, über das deutsche Regelwerk jedoch nicht abdeckte, alternative Bekämpfungsmethoden:

Vorbeugende, alternative Methoden:

· chemisch modifiziertes Holz

· Thermoholz

· wassergelagertes Holz.

Bekämpfende, alternative Maßnahmen:

· Heißluft- und Mikrowellenverfahren gegen Pilzbefall

· Begasung von Pilzbefällen

· Einsatz von Antagonisten (Nützlingen).

 

 

 

 

Holzschutz