Formaldehyd

Zu den sehr flüchtigen organischen Verbindungen gehört z.B. Formaldehyd. Hierbei handelt es sich um ein farbloses, schon in geringen Konzentrationen stechend riechendes Gas.

 

Formaldehyd kann insbesondere in Holzwerkstoffen, wie z.B. Spanplatten, aber auch aufgrund seiner keimabtötenden Wirkung als Konservierungsmittel in zahlreichen Produkten wie Farben, Lacken und Kosmetikartikeln sowie in Haushaltsreinigern und Desinfektionsmitteln enthalten sein.

 

Formaldehyd wirkt auf den Körper stark reizend z.B. auf Atemwege, Haut und Augen und kann Allergien auslösen. Mittelweile wird die Verbindung als krebserzeugend für den Menschen eingestuft.

 

In der einschlägigen Literatur wird als Schwelle für Augenreizungen der Bereich zwischen 0,01 ppm und 1,6 ppm genannt, die Geruchsschwelle und der Beginn von Befindlichkeits-störungen bei empfindlichen Personen liegt bei ca. 0,05 und 1,0 ppm.

1977 wurde vom damaligen Bundesgesundheitsamt (BGA) „ein wissenschaftlich begrün-deter Grenzwert von 0,1 ppm für Formaldehyd in der Innenraumluft vorgeschlagen“. Später rückte man von dieser Bezeichnung ab und deklarierte den Bewertungsmaßstab als „Richtwert“ oder „Orientierungswert“. Mittlerweile wurde dieser Wert vom Bundesinstitut für Risikobewertung BfR bestätigt.

 

Der Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bis zu dem wenig oder kein Anlass zur Besorgnis gegeben ist, wurde mit 0,05 ppm festgelegt. Ab einem Gehalt von 0,08 ppm in der Raumluft besteht Anlass zur Besorgnis.

 

Der für Arbeitsplätze maßgebende MAK-Wert (maximal zulässige Konzentration am Arbeitsplatz) nach TRGS 900 liegt bei 0,5 ppm, also dem Zehnfachen des WHO-Unbedenklichkeitswerts und dem Fünffachen des BGA-Richtwerts.

 

Für Holzwerkstoffe, wie z.B. Spanplatten, Tischler- und Furnierplatten, sind Emissions-klassen definiert. Nach der Chemikalien-Verbotsverordnung dürfen in Deutschland nur Produkte der Emissionsklasse E1 in Verkehr gebracht werden. Diese niedrigste Stufe sagt aus, dass unter genau festgelegten Prüfbedingungen nicht mehr als 0,1 ppm Formaldehyd ausgasen darf. Mit dem Blauen Engel gekennzeichnete Produkte nicht mehr als die Hälfte dieses Werts, also maximal 0,05 ppm emittieren.