Holzschutz- und Entwesungsmittel

Nach wie vor sind in Gebäuden Hölzer vorhanden, die mit den mittlerweile verbotenen Holzschutzmittelwirkstoffen Pentachlorphenol (PCP) und Lindan behandelt. Diese Verbindungen wurden in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht nur im Außenbereich und in Dachtragwerken sondern auch, obwohl vollkommen überflüssig, in Innenräumen eingesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Beurteilung dieser mittlerweile u.a. als eindeutig krebserregend eingestuften Ver-bindung in Aufenthaltsräumen ist die PCP-Richtlinie, Stand Oktober 1996, heranzuziehen. Hiernach besteht keine Sanierungsnotwendigkeit, wenn es sich nicht um Aufent-haltsräume handelt.

 

Bei PCP und Lindan handelt es sich um starke Zellgifte. Beide Verbindungen werden im menschlichen Körper nicht vollständig abgebaut und reichern sich im Fettgewebe und im Nervensystem an.

 

Weitere, im Holzschutz eingesetzte, organische  Verbindungen sind Chlorthalonil, DDT, Dichlofluanid und Tolylfluanid, Endosulfane, Furmecyclox, Pyrethoide wie Permethrin und Deltamethrin, Tebuconazol bzw. Propiconazol usw.

 

Permethrin ist ein Insektizid aus der Gruppe der Pyrethroide, die sich vom natürlich vorkommenden Chrysanthemengift Pyrethrum ableiten. Die Verbindungen besitzen eine neurotoxische Wirkung gegenüber den Zielorganismen (Insekten), sie stellen aber auch für den Menschen hochwirksame Nervengifte dar. Permethrin hat einen niedrigen Dampfdruck und bindet sich bevorzugt an Raumoberflächen und insbesondere an den Hausstaub, über den es inhalativ aufgenommen werden kann.

 

Bei Dichlofluanid handelt es sich um einen häufig auch heute noch in bläuewidrig (gegen Bläuepilze) wirkenden Holzschutzmitteln eingesetzten Wirkstoff. Es gast aus den behandelten Oberflächen aus und kann bei entsprechend hoher Konzentration in der Raumluft zu vegetativen Funktionsstörungen und zur Schwächung des Immunsystems führen. Neuere Untersuchungen weisen auch auf ein mutagenes und kanzerogenes Potential hin. Offizielle Grenz- oder Richtwerte gibt es derzeit nicht.

 

Bei Furmecyclox handelt es sich um einen als Fungizid in Holzschutzmitteln eingesetzten Wirkstoff. Seit 1991 ist die letzte Zulassung eines Furmecyclox-haltigen Holzschutzmittels ausgelaufen. Es kann die körpereigene Immunabwehr beeinträchtigen und bei Hautkontakt zu Reizungen führen. Ferner steht Furmecyclox in Verdacht, krebserzeugend zu sein. Weitergehende, offizielle Angaben zur Gesundheitsgefährdung fehlen.

 

Lindan (g-Hexachlorcyclohexan) wurde u.a. in insektizid wirkenden Holzschutz-mitteln eingesetzt. Es steht in Ver-dacht, krebserzeugende Wirkung zu besitzen. Es verursacht eine Schädigung der Leber, des Nerven- und des Immun-systems. Ferner wurde eine hormonale Wirkung nachgewiesen. Die Toxizität ist bei inhalativer Aufnahme wesentlich größer als bei oraler Aufnahme.

 

Pentachlorphenol (PCP) war bis 1986 als fungizider Wirkstoff in Holzschutz-mitteln zugelassen. PCP gilt aufgrund von Tierversuchen als nachweislich krebserzeugend, erbgut- und frucht-schädigend. Es beeinträchtigt die Schleimhäute, die Atemwege und das Nervensystem.

 

Mit Lindan und PCP belastete Holztreppe